, Jetzer Mathias

Rheinministerkonferenz 2020

Der Lachs bald wieder in der Schweiz

Gestern fand in Amsterdam die Rheinministerkonferenz statt. Dabei gibt es berechtigte Hoffnung zur Verbesserung der durchgängigen Begehbarkeit des Rheins für Lachse und andere Wanderfische. Frankreich verpflichtete sich, die drei letzten Kraftwerke zu sanieren, dass der Lachs wieder bis in die Schweiz aufsteigen kann. Das Kraftwerk Vogelgrün soll so schnell wie möglich, Rhinau bis 2024 und Marckolsheim bis 2026 fischtauglich gemacht werden. Zentralpräsident Roberto Zanetti vom SFV sieht in diesem verpflichtenden Beschluss den ganz grossen Durchbruch, auf den so viele Parteien und nicht zuletzt der SFV hingearbeitet haben. Bis Fredy, Noldi und viele andere vom Verein nicht mehr nach Alaska reisen müssen, sondern auch hierzulande wieder auf einen Lachsfang hoffen dürfen, wird aber wohl noch einige Zeit vergehen. Doch man sieht Licht am Ende des Tunnels.

Alle anderen an den Rhein angrenzenden Staaten haben in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen damit der Rhein für die Rückkehr des Lachses wieder durchgängig wird. Auch die Schweiz hat die Hausaufgaben gemacht. So wurden unzählige Flüsse und Bäche auf die Rückkehr des Lachses vorbereitet, es wurden Wanderhindernisse entfernt und in den Oberläufen von Bächen Junglachse ausgesetzt. „Daran haben Fischer, Vereine, Kantonalverbände und wir als Dachverband einen grossen Beitrag zusammen mit den Behörden geleistet“, so der SFV.

Die Entscheidung an der Rheinministerkonferenz kommt auch uns im Kanton äusserst gelegen! So hat eine Interessengruppe bestehend aus dem WWF, dem Kantonal Schwyzer Fischereiverband (KSFV), dem Fischereiverband des Kantons Zürich, Aqua Viva und Pro Natura Schwyz bezüglich des Restwasserberichts vom Etzelwerk eine Stellungsnahme eingereicht. Darin geht es nicht zuletzt darum, dass die Sihl ein bedeutendes Lachsgewässer werden könnte (Lachsperimeter I). Der Bericht dazu vom SFV March ist hier nachzulesen. Durch die Zugeständnisse Frankreichs kann diesem Argument nun noch mehr Gewicht begemessen werden! Wird es der Lachs in einem Jahrzehnt endlich wieder in heimische Gewässer schaffen?

 

Interessant zu wissen:

Warum verschwand der Lachs? Vor hundert Jahren war der Rhein das grösste Lachsgewässer in Europa. Überfischung, Verschmutzung der Gewässer und unzählige Wasserkraftwerke, Dämme und Wehre, vom Meer bis in die Schweiz, die dem Lachs den Durchgang für seine Laichwanderung versperrten und weitere Gründe, führten dazu, dass er in den 50er-Jahren in der Schweiz ausstarb.

Warum ist der Lachs so wichtig? Mit der Rückkehr des Lachses bis in die Schweiz profitiert das ganze Ökosystem unserer Flüsse und Bäche. Wenn sich der Lachs in unseren Flüssen wieder fortpflanzen kann, geht es auch anderen Fischarten in den Schweizer Flüssen wieder besser. Der Lachs ist eine „Umbrella Species“ und somit ein Indikator für ein funktionierendes Ökosysem. Regenschirmarten sind Arten deren Schutz indirekt die vielen anderen Arten schützt, aus denen die ökologische Gemeinschaft ihres Lebensraums besteht.