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Warum kein Schonmass beim Hecht im Zürichsee?

Keller Sen. Stefan 01.10.2019

Immer wieder werde ich von Mitgliedern angefragt, warum beim Hecht (Esox lucius) das Fangmindestmass und die Schonzeit im Zürichsee aufgehoben wurde. In den vergangenen Jahren hat der Hechtbestand im Zürichsee stark zugenommen. Die Fischereikommissionen der Konkordatskantone (Zürich, St.Gallen, Glarus und Schwyz) haben zusammen mit den Kantonalverbänden und den Berufsfischern beschlossen, dass ab 2018 für den Hecht das Fangmindestmass und die Schonzeit aufgehoben werden sollen. Im weiteren sollen die nächsten 5 Jahre keine Hechte mehr eingesetzt werden. Gründe dafür, dass der Hecht sich im Zürichsee stark vermehrt, hat mit guten Schilfbeständen und Unterwasserrasen zu tun. Diese Unterwasserrasen sind für den Hecht ein optimales und sehr grosses Laichgebiet. Studien haben gezeigt, dass sich der Hechtbesatz nicht positiv auf die Population im Zürichsee ausgewirkt hat. Dadurch müssen respektive dürfen die Berufsfischer in Zukunft auch keine geschlechtsreifen Hechte zwecks Reproduktion während der Leichzeit mit zusätzlich bewilligten Grundnetzen fangen. Dadurch sollte der Bestand sogar weniger befischt werden können. Da die Sportfischer nur einen kleinen Teil der Fänge tätigen, sollte der Hecht auch nach Wegfall des Fangmindestmasses und der Schonzeiten nicht in Gefahr sein.

 

Im Konkordatsbericht für den Zürichsee, Linthkanal und Walensee 2017 kann man die Hechtfänge gut erörtern. So lagen die Hechtfänge im Zürichsee mit knapp 25 Tonnen um 10,7 Tonnen über dem Mittelwert der letzten 10 Jahre. 

 

Es wurde jedoch auch beschlossen, dass nach 5 Jahren die Situation neu beurteilt werden sollte. Es wäre also durchaus möglich, dass nach dieser Zeit die Schonzeit und/oder das Fangmindestmass wieder eingeführt werden.

 

Ich persönlich bin kein Freund davon, dass man Hechte während der Laichzeit fangen darf. Es ist aber jeder für sein Handeln selber verantwortlich. Wenn man nach den Regeln des Ethikkodexes fischt, erübrigt sich die Diskussion darüber meines Erachtens von selbst.

 

Mehr Quellen zu diesem Thema:

Bericht im Petri-Heil vom 12. Januar 2018

Beispiel für Unterwasserrasen in der Doku: Leben unter Wasser (ab Minute 11)