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Ein neuer Weg zum Schutze der Forellen im Zürichsee

Jetzer Mathias 27.11.2019

Dieser Bericht dient der Erklärung zum Beitrag "Zeitlich befristetes Fischereiverbot im Kanton Zürich".

 

Um den Bestand der im See lebenden Forellen zu schützen, geht der Kanton Zürich nun einen neuen Weg. Das Konzept der temporären Sperrung von örtlich begrenzten Gewässern für die Fischerei ist zwar nicht grundsätzlich neu, in der Schweiz in dieser Form aber ein Pilotprojekt. Da erstverlaichende Forellen je nach Heimatbach unterschiedliche Grössen aufweisen können, scheint eine Erhöhung des Mindestfangmasses nicht zielführend zu sein. Auch würde eine solche Anhebung nur zu Lasten der Angelfischer gehen, da diese primär "kleinere" Exemplare in der Schwebe fangen. Dabei wurde auch festgestellt, dass in Seen mit natürlichen Zuflüssen ein kleineres Mindestmass keine negativen Folgen für den Forellenbestand zu haben scheint. Matchentscheidend hingegen sind mehr die Forellen, welche es bis zur Laichreife geschafft haben, jedoch aufgrund von äusseren Bedingungen (zu wenig Regen, zu warmes Wasser) noch im Bereich der Mündungsgebiete ihrer Geburtsbäche auf einen geeigneten Zeitpunkt warten, um in die Mutterstube zurückzukehren. Auch die dafür benötigte problemlose Erreichbarkeit (Renaturierungen) muss natürlich gewährleistet sein. Deshalb hat man sich auf eine zusätzlich verlängerte Schonzeitfrist bis Ende Januar, welche jedoch nur lokal begrenzt ist, durchringen können, um die Naturverlaichung der Forellen im braunen Kleid besser zu unterstützen. Die Auswirkungen auf den Erfolg dieser Massnahme werden wir hoffentlich in vier Jahren sehen.

 

Das ganze Konzept ist auf 28 Seiten in der Publikation vom Kanton nachzulesen. Darin wird auf den Seiten 21 und 22 auf die Schonbedingungen eingegangen.

 

Wusstest Du, dass Seeforellen und Bachforelle zur gleichen Art (Salmo trutta) gehören? Insofern ist bei einer Unterscheidung durchaus ein Fragezeichen zu setzen. Der Unterschied besteht nur darin, dass einige Forellen nach 1-2 Jahren die Kinderstube verlassen und flussabwärts in den See schwimmen, von wo sie dann nach erreichen der Geschlechtsreife mit ungefähr 4-5 Jahre mit stattlicher Grösse wieder in die Bäche zurückkehren, um das Laichgeschäft zu vollziehen. In nachfolgendem Video über die Bodensee-Seeforelle ist zu sehen, wie die kleinen "Bachforellen" zum Teil ebenfalls bei der Befruchtung der grossen "Seeforellen" mitwirken (Zeitpunkt ab 5:58).